| Homoöpathie Wer Homöopathie hört, denkt sofort an höchste Verdünnung: Ein Tropfen Arzneisubstanz auf eine Menge Lösung, die der Wassermenge des Bodensees entspricht – das soll helfen? Tatsächlich hat Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, zunächst das Ähnlichkeitsprinzip zur Methode entwickelt. Dies ist bis heute der entscheidende Grundsatz und zugleich Unterschied zu anderen medizinischen Behandlungsweisen. Aber der kritische Arzt und Chemiker Hahnemann hatte auch etwas an den herkömmlichen Arzneien auszusetzen. Vor allem die Nebenwirkungen wollte er vermindern. Und auch bei den homöopathischen Mitteln war ihm die Reaktion beim Patienten oft zu stark. Bei seinen Bemühungen, den heilenden Arznei-Reiz so gering wie möglich zu halten, entdeckte Hahnemann, dass die Wirkung mit steigender Verdünnung und Verschüttelung zunahm, anstatt geringer zu werden. Unerwünschte Reaktionen ließen sich so zwar mildern und vermeiden, aber die Wirkung wurde viel tiefgreifender. Zusätzlich zeigten sich durch die Potenzierung plötzlich Arznei-Eigenschaften, die in der Ursubstanz gar nicht vorhanden waren. Hahnemann erklärte das so:
Bei der
Verdünnung und Potenzierung eines Arzneistoffes werde die Substanz
geringer, die Energie oder Lebenskraft des Ausgangsstoffes werde dabei
jedoch aktiviert. Das Verschütteln der Essenz mit einem neutralen
Medium wie Wasser oder Alkohol trenne die Lebensenergie des Stoffes
schrittweise
immer stärker von seinem materiellen Körper. Das
Verdünnungsmittel
diene dabei als leerer Datenträger, auf den die Information
übertragen
werde. Erst diese Form der homöopathischen Aufbereitung erlaubte
es
Hahnemann, auch schwere, chronische Erkrankungen erfolgreich zu
behandeln.
Übrigens war Hahnemann der
erste Chemiker,
dem es gelang, bis dahin nichtlösliche Stoffe wie Mineralien und
Metalle
so aufzuschließen, dass sie für den Körper als Arznei
verfügbar
wurden. Zu einer Zeit, in der dies wissenschaftlich als nicht machbar
galt. Das homöopathische Heilprinzip Brennende Halsschmerzen bessern durch Scharfes, warme Getränke bei heißem Klima oder Verletzungen durch Feuerquallen mit Essig lindern – klingt paradox, hat sich aber vielfach bewährt. Allen gemeinsam ist das Ähnlichkeitsprinzip. Unser Organismus steht in ständigem Austausch mit der Umwelt. Und er muss dauernd reagieren. In der Regel mit dem Gegenteil, um sich selbst im Gleichgewicht zu halten: Bei großer Hitze mit Schweiß als Kühlwasser, bei Kälte mit Muskelzittern, um Wärme zu erzeugen. Um zu einem Ausgleich zu gelangen, wird auch die Giftwirkung von Genussmitteln und Drogen umgekehrt. Bei Medikamenten verhält es sich nicht anders. Wer Schlaflosigkeit wiederholt mit Betäubungsmitteln bekämpft, ist anschließend mit der Gegenreaktion seines Körpers konfrontiert: vermehrte Wachheit. So kann ein Teufelskreis entstehen, der schließlich zur Abhängigkeit führt. Welche Reaktion starker Kaffee im Organismus hervor ruft, wissen nicht nur Homöopathen. Wenn die Schlaflosigkeit eines Patienten allerdings einer Kaffeewirkung sehr ähnlich ist, kommen nur homöopathische Behandler auf die Idee, Kaffee als Heilmittel zu verabreichen. Denn das Symptom, nicht schlafen zu können, wird von ihnen nicht als Krankheit verstanden, sondern als Regulationsbemühung des Körpers. Nach dem Ähnlichkeitsprinzip
der Homöopathie
würde Kaffee – in minimaler Dosierung – in diesem Fall die
Regulationsarbeit
wieder anstoßen. Und zwar deshalb, weil der Arzneireiz der
momentanen
Reaktionslage ganz ähnlich ist. Wenn der Körper also auf die
Arznei reagiert, bewältigt er gleichzeitig die erlahmte Arbeit
Schlaflosigkeit,
da sie so ähnlich ist. Im Prinzip eine ganz einfache Idee. Homöopathische
Arzneimittel Aber alle diese Gifte wurden trotzdem in potenzierter Form durch Gesunde geprüft und die Symptome, die bei allen gleich auftraten, und die sie vor Einnahme des Mittels nicht an sich feststellen konnten, wurden dann in die Materia medica übernommen.
Für den homoöpathischen Therapeuten ist der ausführliche Bericht des Patienten die wichtigste Grundlage (Repertorisation). Ist er doch auf der Suche, was diesen erkrankten Menschen so einzigartig macht. Vor allem bei wiederkehrenden und andauernden Beschwerden versucht der Homöopath zu ergründen, um welche Persönlichkeit mit allen ihren Stärken, Schwächen, Vorlieben und Abneigungen es sich handelt. Erst wenn der homöopathische Behandler sich so ein Bild vom Patienten gemacht hat, wenn er weiß, wie dessen Organismus auf Reize und Störungen reagiert, wählt er die passende Arznei. Der Krankheitsbegriff ist dem Homöopathen nicht sehr wichtig, entscheidend sind für ihn die subjektiven Haupt-Beschwerden des Patienten. Bei einer Mandelentzündung könnten das beispielsweise Kopf- und Gliederschmerzen sein, außerdem extreme Reizbarkeit, während die Halsschmerzen kaum beklagt werden. Die Gemütslage des Patienten ist für den homöopathischen Arzt genau so wichtig wie die körperlichen Symptome. Als ganzheitliche Medizin berücksichtigt die Homöopathie Ängste, Unruhe oder sexuelle Unlust ebenso wie körperliche Symptome und Empfindungen. Bei einem Homöopathen brauchen Sie keine Hemmungen zu haben, ausgefallene Empfindungen zu beschreiben – im Gegenteil: Je ungewöhnlicher sie sind, desto leichter fällt es ihm, Ihre einzigartige Persönlichkeit zu erfassen. Und damit das richtige Heilmittel. Die Zeit dazu haben Sie, denn
das erste
Gespräch dauert in der Regel zwischen ein und zwei Stunden.
Praxis Benner
Praxis für ganzheitliche Therapie- und Präventivkonzepte Seit 1975 in Wuppertal Behandlung und gesundheitliche Vorbeugung Klaus J. Benner, Heilpraktiker Naturheilverfahren - Umweltmedizin – Psychotherapie
Letzte Aktualisierung: 14. April 2008 |